Im Land des roten Drachen und der vielen Konsonanten

August 28, 2017

In Carmarthen

Nach einer Woche Wanderung durch Wales maße ich mir kein umfassendes Urteil über dieses Land an, aber ich kann sagen, dass ich es sehr sympathisch und etwas eigen, wenn nicht verschroben finde. Und das im positiven Sinn. Im Vergleich zu England eher arm sind the Welsh durchaus stolz auf ihr Land, auf seine Eigenheiten und seine wunderbaren Landschaften. Wie sonst könnte man das Beharren auf einer so seltsamen Sprache und noch seltsameren Schreibweise der Worte erklären. Nicht, dass ich etwas davon verstehen würde, aber vielleicht macht gerade das auch den Reiz aus. Oft stehe ich komplett ratlos vor einem Schild mit einer Aufschrift und habe nicht den blassesten Schimmer, wie zum Teufel man das aussprechen könnte. Ein paar Beispiele gefällig? Ortsnamen: Llanllwm, Eglwyswrw, Craig Cwm-Oergwm, Llanllwni, Gwaun-cae-gurwen
Berge oder Gipfel: Fan Brycheiniog, Mynydd Llangynidr, Fan Gyhirych, Bwlch y Ddwyallt
oder eines der wichtigsten Worte: Cwrw, steht für Bier, und bei diesem Wort weiß ich auch, wie man es ausspricht: Kuru
Wahrscheinlich gibt es hier mehr Schafe als Einwohner, jede Menge undurchdringlicher Hecken, Bog (Torf), und atemberaubende Gebirgszüge, die größtenteils zu Nationalparks gehören und angenehm wenig touristisch erschlossen sind. Auf meiner Wanderung über das Black Mountain Massiv (ich war allein, Eamonn ging eine andere Route) begegnete ich vielleicht 10 Menschen, da war ich dann froh als ich am Abend ein volles Youth- Hostel in Llanddeusant vorfand, auch wenn das bedeutete, dass ich zelten musste. Aber da das Wetter sich wieder einmal von seiner besten Seite zeigt, war das halb so schlimm. Wunderschön und reizvoll durch seine Kargheit sind auch die Brecon Beacons, die allerdings etwas stärker besucht werden, da sich hier auch die höchste Erhebung von South-Wales, der Pen Y Fan (886m) befindet. Hier war ich größtenteils barfuß unterwegs, die beste Möglichkeit durch den Bog zu kommen, der wie ein Schwamm Wasser speichert, sodass man nach wenigen Schritten vollkommen durchnässte Füße hat, egal ob man Schuhe an hat oder nicht. Ihr wollt euch lieber nicht vorstellen, wie die Schuhe nach so einem Tag riechen! Ich habe sie inzwischen gewaschen, um sie einigermaßen erträglich zu machen, aber da ich ohnehin mehr in Sandalen unterwegs bin, haben sie genug Zeit zum trocknen. Insgesamt gibt es viele Parallelen zu Irland, wo wir, wenn alles nach Plan verläuft, am Donnerstag an Land gehen werden.
So long- Sepp 

 

 

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