In Lens

August 5, 2017

Hallo Freunde!

Über Meilensteine hat ja Eamonn schon berichtet, deshalb möchte ich euch ein wenig über Nordfrankreich, und wie es einem als Durchreisenden dort so ergeht, berichten. Voraus schickend muss ich leider gestehen, dass ich kein Französisch kann, da ich es nicht in der Schule lernte und danach bei jeder Gelegenheit, die sich geboten hätte, zu faul war. Selbst Schuld! Wie gut hätte ich jetzt wenigstens die Basics gebrauchen können. Denn viele Franzosen scheinen sich auch zu denken: der kann kein Französisch? Selbst Schuld. Es ist wirklich erstaunlich, wie wenige Menschen hier Englisch sprechen, und ich rede da nicht von Englisch beherrschen, sondern von der notwendigsten Grundausstattung an Worten. Auch die Kinder scheinen keinen Unterricht in Englisch zu haben, oder sie trauen sich nicht, eine andere Sprache zu probieren. Das Ganze hat wie immer auch eine gute Seite, denn so war ich gezwungen, mir ein paar grundlegende Phrasen und Vokabeln anzueignen, um mich (da kommen Hände und Füße auch zum Einsatz) irgendwie verständlich machen zu können. Das Verstehen wird auch immer besser, zumindest wenn mein jeweiliges Gegenüber bereit ist, sich zu bemühen einem "Bloßfüßigen" auf die Sprünge zu helfen. Da wir Mitte nächster Woche hoffen Calais zu erreichen und somit Frankreich zu verlassen, werden meine bescheidenen Kenntnisse wahrscheinlich wieder langsam verblassen. C'est la vie!
Abgesehen von den sprachlichen Schwierigkeiten fanden wir sehr viel Hilfsbereitschaft vor. Manchmal ertappte ich mich bei dem Gedanken, ob ich bereit wäre, zwei Fremden auf eine einfache Anfrage hin mein Haus zu öffen, zum Abendessen einzuladen, in meinem Bett schlafen zu lassen und dann noch mit einem Frühstück zu versorgen, alles so passiert. Ich kann nicht sagen wie ich reagieren würde. Wir haben natürlich auch Absagen erhalten, aber trotzdem haben wir meistens eine Übernachtungsmöglichkeit gefunden.
Mit der Versorgung ist das so eine eigene Geschichte:
Montags und Dienstags ist sowieso alles zu, zu Mittag (12.00-15.00) auch, abends ist oft um 21.30 Sperrstunde und dann muss man noch die Hälfte der Geschäfte und Lokale abziehen, da sie für immer ihre Türen geschlossen haben. Unzählige Male hechelten wir schon etwas unterversorgt ins nächste Dorf, um dort bitter enttäuscht zu werden- wir mussten lernen, uns gar keine Erwartungen zu machen, dann kann man immer nur positiv überrascht werden, was zwar nur selten, aber doch auch vorkam.
Insgesamt sind wir auf jeden Fall sehr gut durch Frankreich gewandert und konnten sehr viele Eindrücke sammeln und Bekanntschaften machen.
Bis zum nächsten mal
Sepp 

 

 

 

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